Maratz info

Im Sommer 2023 begann mein Wunsch, Maratz, den Heimatort meines Großvaters, zu erkunden, nachdem ich bis dahin nur wenig über seine Vergangenheit wusste. Recherchen über das Dorf und die Entdeckung meiner Vorfahren, die 1724 aus dem Ostertal nach Ungarn ausgewandert waren, weckten meine Neugier. Über den Heimat- und Kulturverein Ostertal erhielt ich wertvolle Informationen über meine Familiengeschichte und begann mich intensiver mit Ahnenforschung zu beschäftigen. 

Bei meiner Reise, im Spätsommer 2024, nach Maratz wurde ich vom Bürgermeister herzlich empfangen, der mir bei der Erkundung historischer Dokumente half. Ich erkannte schnell, dass viele wichtige Quellen digitalisiert werden müssten, um sie für zukünftige Generationen zu bewahren. Mein Ziel ist es, über die Homepage deutschsprachigen Nachkommen den Zugang zur Geschichte von Maratz zu ermöglichen. Ich hoffe, dass dies mehr Menschen dazu inspiriert, ihre Wurzeln zu erkunden und das Dorf zu besuchen.

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Auf den Spuren meiner Wurzeln

 

Schon lange trug ich den Gedanken in mir, mehr über Mórágy (deutsch: Maratz), den Heimatort meines Großvaters, zu erfahren. Obwohl ich selbst oft in Ungarn war und eine Weile in der Puszta auf einer Tanya gelebt hatte, blieb dieser Ort für mich ein Rätsel. Mein Großvater hatte nur wenig über seine Herkunft erzählt, und so wusste ich kaum etwas über Maratz. Ungarn zog mich immer wieder magisch an: Das Land gefiel mir, und Budapest war seit Jahren meine Lieblingsgroßstadt, obwohl ich eigentlich kein Stadtmensch bin. Doch das Leben in der Puszta konnte mich nicht überzeugen – die Hitze, die Mücken, und die endlosen Felder machten es mir schwer, mich dort wohlzufühlen. Trotzdem hatte ich es nie geschafft, nach Maratz zu fahren. Irgendetwas kam immer dazwischen – sei es ein anderes Reiseziel oder die schwierige Verkehrsanbindung von der Puszta nach Maratz. Doch im Sommer 2023 entschloss ich mich endlich dazu, diesen Ort meiner Ahnen näher kennenzulernen.

Die ersten Recherchen

 

Die Geschichte meiner Vorfahren, die 1724 aus dem Ostertal nach Ungarn ausgewandert waren, faszinierte mich zunehmend. So versuchte ich, Harry Weber zu kontaktieren, der Ahnenforschung für Familien betrieb, die aus Maratz stammten. Aufgrund gesundheitlicher Probleme war es jedoch schwer, ihn zu erreichen. Nachdem ich auch nach zwei Wochen erfolglos blieb, wandte ich mich an den Heimat- und Kulturverein Ostertal und rief den Vorsitzenden Hans Kirsch an. Er klärte mich über die Situation von Harry Weber auf, gab mir aber einen wertvollen Kontakt zu einem Vereinsmitglied, dessen Ahnen ebenfalls die „Maratzer“ Geschichte teilten. Nach anfänglicher Skepsis am anderen Ende des Telefons, da man wohl nicht verstand, wer ich war und was ich wollte, taute das Gespräch auf, und mir wurde bereitwillig geholfen. Ich erhielt telefonisch einige Namen und dann per Post weit mehr, als ich jemals erwartet hätte. Dutzende Seiten über meine Familiengeschichte aus Maratz, zurückverfolgbar bis zu den Ursiedlern, die sich 1724 aus dem Ostertal auf den Weg gemacht hatten, um in Südungarn ein neues Leben zu beginnen.

Die Entdeckung der Familiengeschichte

 

In den folgenden Wochen trug ich diese Informationen in meinen bereits bestehenden Stammbaum ein und erweiterte diesen nun auch mütterlicherseits. Mein Interesse war geweckt, und im Frühjahr 2024 begann ich auch, die Reise meiner Vorfahren nach Ungarn nachzuvollziehen. Im Sommer 2024 trat ich dann dem Heimat- und Kulturverein Ostertal offiziell bei. Kurz nach dem Absenden meines Antrags erhielt ich einen Anruf von Hans Kirsch, dem ersten Vorsitzenden, der sich nicht sofort an mich erinnerte. Nachdem ich ihm erklärte, wer ich war und dass wir bereits im Vorjahr telefoniert hatten, hieß er mich herzlich im Verein willkommen. Er erzählte mir auch, dass Harry Weber leider verstorben sei. Ich teilte ihm mit, dass ich fest plante, im August nach Maratz zu reisen, woraufhin er mich informierte, dass der Bürgermeister von Maratz Deutsch spreche – ein weiteres ermutigendes Zeichen für mein Vorhaben.

Ankunft in Maratz / Mórágy  

 

Angekommen in Maratz parkte ich am Ortsende, in der Nähe des Granitsteinbruchs, unter einem Baum im Schatten und fühlte mich sofort heimisch. Ruhe, Schatten, ein laues Lüftchen – und keine gehassten Mücken. Ich atmete entspannt durch und machte einen kleinen Spaziergang durch das beschauliche und gepflegte Örtchen. Der erste Eindruck war gut. Leider hatte mein Auto ein Problem, sodass ich parallel zur meiner kleinen Erkundungstour, nach einer Werkstatt Ausschau hielt.

Zurück in Maratz  

 

Als ich mit repariertem Auto einige Tage später nach Maratz zurückkehrte, suchte ich den Bürgermeister im Rathaus auf. Skeptisch, ob er überhaupt Zeit für mich hatte, betrat ich das Foyer. Die ungarische Empfangsdame verstand schnell, was ich wollte, und ließ mich direkt durch. Als der Bürgermeister, Heinrich Glöckner, hörte, dass ich von der Familie Link aus Maratz abstamme, hieß er mich mit offenen Armen willkommen. Ich bekam eine persönliche Stadtrundfahrt und ein Buch über die Geschichte Maratz geschenkt. Er nahm sich über die nächsten Tage immer wieder Zeit für längere Gespräche über die Geschichte, die Ahnen und das aktuelle Dorfleben sowie über allgemeine Politik in Ungarn.

Das Archiv  

 

Bei einem unserer Treffen sprachen wir über die Bücher von Peter Glöckner und wollten klären, welche schriftlichen Dokumente es sonst noch gibt. Gemeinsam riefen wir Hans Kirsch an und erfuhren, dass es mehrere Bücher und eine große Karte von Maratz gibt, auf der die damaligen Familien eingetragen sind. Heinrich und ich gingen in ein Nebengebäude, das normalerweise nicht genutzt wird, und dort entdeckten wir einen großen Schrank mit Kopien der erwähnten Bücher. Auch die 3 x 4 Meter große Karte von Maratz war dort. Sie zeigte, wo welche Familien damals gelebt hatten. Mir offenbarte sich eine immense Flut an Informationen, und allmählich wurde mir klar, welche Arbeit in den 90er Jahren von Harry Weber, Peter Glöckner und Hans Kirsch geleistet worden war. Doch mir fiel auch auf, dass die Informationslage unklar war und vieles drohte, verloren zu gehen, wenn sich kein jüngeres Interesse an diesem Themenkomplex entwickelt. Die Karte war bereits schwer lesbar, und ich fragte mich, ob es Kopien der Bücher gibt, ob die Karte digitalisiert wurde und was mit den Videokassetten im Schrank passiert ist.

Die Entstehung der Homepage

 

Es wurde mir bewusst, dass die gesamte Sammlung an Informationen digitalisiert werden müsste, um sie für die Nachwelt zu erhalten. Der Bürgermeister meinte, dass all dies auch einmal auf Ungarisch zugänglich gemacht werden müsste, da es heute nicht mehr so viele Deutschsprachige im Dorf gibt wie früher. Mein vorrangiges Ziel ist es, das Interesse deutschsprachiger Nachkommen zu wecken und sicherzustellen, dass mehr Menschen aus Deutschland ihren Weg zurück nach Maratz, zu ihren Wurzeln, finden. Auf der Homepage sollen sie nicht nur Informationen über die Geschichte finden, sondern auch nützliche Hinweise zum aktuellen Dorfleben, wie Übernachtungsmöglichkeiten und Einkaufsmöglichkeiten.

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